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Artist in World Heritage - Paolo Bigelli (in Sankt Goar)

Datum:

31/10/7


Artist in World Heritage - Paolo Bigelli (in Sankt Goar)

Als Vertreter einer „Neuen Romantik“ ist Paolo Bigelli als erster Künstler zu Gast im Oberen Mittelrheintal: Vom 7. – 13. Oktober 2019 wird er die Kultur- und Naturlandschaft des Tals der Loreley in neuen Werken widerspiegeln. Das Romantik-Hotel Schloss Rheinfels St. Goar ist Domizil und Ausstellungsort für diese Zeit und zugleich Ausgangspunkt für seine Erkundungen zu Land und auf dem Rhein.

Die Ergebnisse von Bigellis Aufenthalt im Welterbe Oberes Mittelrheintal werden im Hotel Schloss Rheinfels am Samstag, den 12. Oktober 2019, 15.30 Uhr präsentiert, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Bereits ab 8. Oktober 2019 sind Werke von Paolo Bigelli im Hotel Schloss Rheinfels zu sehen.

Der in Rom lebende und arbeitende Maler und Illustrator Paolo Bigelli (geb. 1960), gehört mit seinen Werken zu einer zeitgenössischen internationalen Kunstströmung in der Malerei, die das magische Welterleben mit fantasiereichen Dialogen aus der Kunstgeschichte für die Gegenwart öffnet. Seine Werke bieten für den in dieser WHAE vorgestellten Bereich der Bibliotherapie und dem Weltdokumentenerbe zahlreiche Anregungen, da sie auf die engen Verbindungen von literarischen Texten (so von antiken Schriftstellern), Gedichten und den dadurch entstehenden inneren Bildwelten und Bildtraditionen hinweisen.

Bigelli greift, wie auch schon in früheren Werken (Canario, 2011), mit einer seiner aktuellen Arbeiten „Almaflora“ (2014) das Motiv des Buches als ein zentrales Medium der Imagination und poetischer Assoziationen auf. Zwei feenartige Frauen im weißen Gewand ruhen auf der Bildfläche in einem lichtdurchfluteten Zauberwald. Die linke Gestalt hält in der Hand ein schwarz gebundenes Buch. Sie könnte daraus zitieren, während ihre liegende Gefährtin einen blauen Schmetterling auf der Hand betrachtet. Es scheint die Kraft der Worte und Vorstellungen zu sein, die den Schmetterling herbeibeschwört. Die lose Leinwand des großformatigen Gemäldes ist an schwarzen Bildleisten befestigt und wirkt wie eine große Märchenkarte, die in ein reiches mythisches Universum einführt.

Der Künstler Paolo Bigelli setzt seine komplexen und virtuosen Kenntnisse in den Ausdrucksmöglichkeiten der Zeichnung, der Illustration und der Malerei ein, um die Motivspektren durch die Gestaltung eines neuen, fließenden und zugleich großflächigen, bühnenhaften Bildraumes zu öffnen. Mit einem fast metaphysischen Verständnis von Farbklängen, Hell-Dunkel Kontrasten und gestischer Linienführung mischt Bigelli Themen der globalen Populärkultur, aus Filmen, Plakaten wie aus Märchen zu innovativen Erzählungen. Er bereichert seine Bilder mit Zitaten aus Werken der Antike sowie aus dem kollektiven Bilderschatz verschiedener Kunstepochen und dem seiner Lieblingskünstler (Paul Gauguin wie auch Peter Doig), so dass seine Erzählungen den Betrachtenden zugleich vertraut wie rätselhaft erscheinen. Ebenso nah wie fern sind auch die Orte, in denen sich die Bildhandlungen entfalten, sie verweisen auf keine konkreten topographischen Zuordnungen, sondern auf innere Bildwelten, die aus dem Unterbewusstsein auftauchen. Die „wilde“ und zugleich sinnliche Stilmischung der Arbeiten wird ergänzt durch dekorative Elemente, beispielsweise Tapetenmotive, Ornamente portugiesischer Fliesen und in die Bildebenen hinein wuchernde fantastische Blüten und Pflanzen.
Bigellis Arbeiten formulieren aber auch in ihrer Unmittelbarkeit und intensiven Wirkung eine ästhetische Form von Widerstand. In einer Welt globalisierter Mythen und digitaler Perfektion entwirft er mit seinen Bild Strategien, direkt und überwältigend, seine eigenen Tagträume und persönlichen Mythen, - und verwebt sie mit dem Reichtum der kulturellen Traditionen seiner Heimatstadt Rom. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass die Gemälde durch Fotografien nur bedingt kommuniziert werden können. Die feinen Schichten und atmosphärischen Lasuren entziehen sich dieser Form der medialen Vermittlung.

Im Dezember 2016 stellte die Galerie des Istituto Portoghese di Sant'Antonio, Rom, eine Auswahl seiner neuesten Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen vor. In Frankreich, Portugal, Spanien, Deutschland, Großbritannien, Schweiz, Israel, Lebanon, Japan, Slowenien, Österreich, Kroatien, Brasilien, Mexiko, Vereinigten Staaten und Italien sind Bigellis Arbeiten bereits in privaten und in wichtigen Sammlungen vertreten. (Jutta Schröder-Bender)

Vernissage/Finissage: 12.10.2019, 15.30 Uhr

Informationen (Universität Paderborn): >>>

Informationen

Datum: von Mo 7 Okt 2019 bis So 13 Okt 2019

Organisiert von : UNESCO Welterbe Deutschland - Oberes Mittelrheintal

In Zusammenarbeit mit : Schlosshotel Rheinfels Sankt Goar, Italienisches Kulturinstitut Stuttgart

Eintritt : frei


Ort:

Romantik Hotel Schloss Rheinfels, Schloßberg 47, Sankt Goar

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