Ansprache des Außenministers der Republik Italien Antonio Tajani zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2026:
Videoaufnahme auf Italienisch mit Untertiteln in Englischer Sprache: >>>
Text auf Deutsch (nicht offizielle Übersetzung):
Heute, am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, erweisen wir den Opfern der Shoah unsere Reverenz und ehren die Überlebenden, um sicherzustellen, dass sich der Horror des Holocaust niemals wiederhole.
Das Gedenken ist kein formales Ritual. Es ist eine kollektive Verantwortung gegenüber der Zukunft. Mein Dank gilt all unseren Botschaften, den italienischen Konsulaten und den Kulturinstituten, die diese Botschaft heute weltweit mit zahlreichen Initiativen bekräftigen.
Es ist unsere Pflicht, den neuen Generationen eine Welt zu übergeben, die frei vom Virus des Antisemitismus ist. Wie ich bereits die Ehre hatte zu betonen, als ich als Außenminister die Regierung am Gedenktag in der Gedenkstätte Yad Vashem vertrat: Niemand darf jemals wieder Angst haben müssen, nur weil er Jude ist.
Der Abgrund der Shoah hat unsere Zivilisation ins Mark getroffen und die Geschichte sowie die Identität Europas für immer gezeichnet. Erinnern allein genügt nicht. Es bedarf ebenso der Wachsamkeit.
Der Antisemitismus ist non verschwunden. Er ist ein Gespenst, das in unseren Gesellschaften, in Europa und in der Welt erneut in Erscheinung tritt. Daran erinnern uns leider feige Terroranschläge wie jener am Bondi Beach in Australien, den wir mit aller Schärfe und ohne Zögern verurteilen. Doch auch die vielen alltäglichen Episoden von Gewalt und Diskriminierung, selbst in unseren Städten, selbst in Europa, führen uns dies vor Augen.
Der Antisemitismus ist ein unsichtbares Gift. Heute verbreitet er sich vor allem online e in den sozialen Medien. Dem müssen wir das Antidot der Erinnerung, des Wissens und des Respekts entgegensetzen. Wir wollen dieses Bewusstsein verstärkt in die Schulen, die Universitäten und auf unsere Straßen tragen.
Der Kampf gegen den Antisemitismus ist für mich das Anliegen eines Lebens, sowohl auf politischer als auch auf menschlicher Ebene. Es gibt keinen Raum für Antisemitismus. Er ist unvereinbar mit unseren Werten, unseren Prinzipien und unserer Identität.
Die italienische Regierung steht an vorderster Front im Kampf gegen den antisemitischen Hass. Dies ist eine Verpflichtung, die ich täglich sowohl in Europa als auch in allen internationalen Gremien vertrete – als Zeichen unseres konkreten und unermüdlichen Einsatzes für den Dialog und den Frieden.
Heute sagen wir gemeinsam, überall auf der Welt, noch einmal: Nie wieder!