Diese Website verwendet notwendige technische und analytische Cookies.
Wenn Sie die Navigation fortsetzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Lu Santo Jullàre Françesco (in Stuttgart)

Progetto senza titolo

Lu Santo Jullàre Françesco
von Dario Fo und Franca Rame
Regie und Darsteller: Matthias Martelli
Teatro Stabile di Torino – Teatro Nazionale / Teatro Stabile dell’Umbria

Eintritt: 12,00 € / 10,00 € ermäßigt und für Gruppen ab 10 Personen
Karten auf der Website des Theater Tri-Bühne >>>

Wer ist Franz von Assisi? Und welchen Sinn hat es, heute über ihn zu sprechen?
Fo schrieb dieses Stück zwei Jahre nach Erhalt des Nobelpreises, der ihn endgültig mit folgenden Worten würdigte: „An Dario Fo, der in der Tradition der mittelalterlichen Narren die Macht verspottet, um den Unterdrückten ihre Würde zurückzugeben“. So erzählt der Narr Fo vom Narren Franziskus: ein rebellischer, mutiger Mann, der radikal außerhalb der Schemata von Macht und Konventionen steht. Kein laminiertes, unantastbares Heiligenbildchen, sondern eine unbequeme, lebendige Figur, die in der Lage ist, sich als Spiegel jeder Epoche zu erweisen.
Daraus entsteht ein Monolog mit vielen Stimmen: Auf der Bühne steht nur ein einziger Schauspieler, und doch sieht sich der Zuschauer einem Fresko gegenüber, das von Körpern, Figuren und Stimmen wimmelt. Die Bandbreite reicht von Komik bis Poesie, von Groteskem bis Melancholischem, ohne dabei jemals die beißende Ironie und das Lachen aus den Augen zu verlieren.

„Lu Santo Jullàre Françesco“, nach dem Vorbild von „Mistero Buffo“ geschrieben, wechselt zwischen narrenhaften Einlagen und Momenten, in denen das Leben des Franziskus zu einem aufschlussreichen Spiegel wird, um die Gegenwart zu hinterfragen. Auf der Bühne verbindet sich das physische Theater – in dem der Schauspieler jeglicher Künstlichkeit entkleidet ist und sich allein auf die explosive Kraft der Gestik, der Stimme und des Körpers verlässt – mit einer absolut originellen sprachlichen Kraft: Das Stück wird zu einem Klangteppich, der Lombardisch-Venetisch, Neapolitanisch, die Volkssprache Mittelitaliens und Grammelot miteinander verwebt – jene universelle, heimatlose Sprache, die Fo erfunden hat, um alle Grenzen zu überwinden.
Matthias Martelli, einziger Darsteller auf der Bühne und bereits Hauptdarsteller in „Mistero Buffo“ unter der Regie von Eugenio Allegri, nimmt diese Herausforderung 800 Jahre nach dem Tod des Heiligen Franziskus und 100 Jahre nach der Geburt von Fo an und erneuert sie mit Energie und Strenge, indem er dem Publikum das Porträt eines zeitgenössischen Franziskus zurückgibt – verrückt, notwendig, strahlend unkonventionell.

Bühnenbild Fabio Carpene
Kostüme Giovanna Fiorentini
Licht Alberto Ciafardoni
Ton Marco Ava
Originalmusik Andrea Chenna
Sprachberater Flavia Chiacchella, Roberto Imparato
Regieassistentin Ornella Matranga

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum achthundersten Todestag von San Francesco di Assisi, gefördert vom Außenministerium
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum hundertsten Geburtstag von Dario Fo, organisiert von der Fondazione Fo Rame
Im Rahmen von DarioFo100 und SanFrancesco800